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Lange Nacht der Computerspiele begeistert Besucher der HTWK
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Von Retro bis Robo Lange Nacht der Computerspiele begeistert Besucher der HTWK

Die Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur lud am Samstag zum elften Mal zum Staunen und Spielen ein. Der große Kontrast der Programms: Zahllose alte Konsolen und Spiele trafen auf modernste Roboter-Technik.

Andrang an PCs und Konsolen bei der langen Nacht der Computerspiele in der HTWK Leipzig.

Quelle: Christian Modla

Leipzig.  Ein „Festival der Geschichte und der Kultur des Spiels“ nennt Klaus Bastian die lange Nacht der Computerspiele. 2007 aus einer Vorlesungsreihe des Informatikprofessors entstanden, feierte sie am Samstag ihren elften Geburtstag. Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) lockte mit zahlreichen Ausstellern und Stationen zum Ausprobieren.

Hunderte Spieler und Interessierte, die zwischen 14 Uhr nachmittags und ein Uhr nachts in die Karl-Liebknecht-Straße 132 strömten, wurden schon in der Eingangshalle von einem omnipräsenten Thema dieser Veranstaltung begrüßt: Retro. Alte Spielekonsolen und -packungen ließen Nostalgiker schwärmen, in den oberen Etagen wurden gleich drei Räume mit alten Heimcomputern und -konsolen befüllt. Die konnten natürlich auch ihren eigentlichen Zweck erfüllen: Sie durften gespielt werden. Jung und Alt maßen sich in Pong, Bomberman oder Pac-Man. Weitere Retro-Höhepunkte: Der Wuppertaler Musiker Tronimal, der Lieder auf alten GameBoys oder dem Atari 2600 komponiert und damit die Gänge der HTWK bespielte. Außerdem das kleine, aber erfolgreiche Printmagazin „Return“, das über die jüngsten Entwicklungen in der Retro-Szene berichtet. Und eine originalgetreue Replika der ersten Pong-Maschine.

Zocken bis nach Mitternacht: Zum elften Mal lud die "Lange Nacht der Computerspiele" am Samstag an die Leipziger HTWK und hunderte Spielebegeisterte kamen. Fotos: Christian Modla

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Von eSports bis Brettspielen

Daneben spielten die modernen Games schon fast eine Nebenrolle. Doch auch hier lockten hunderte Monitore die Unerfahrenen zum Ausprobieren, die Erprobten zum Entspannen und die Wettkampflustigen zum Turnier. Neben dem Leipziger eSports e.V. stellte sich auch die Leipziger Vitruvius Hochschule vor. Angehende Game-Designer konnten sich hier erste Informationen zum Studium oder zur Ausbildung einholen. Lokale Start-Ups waren ebenfalls vertreten: Die erste Virtual-Reality-Spielhalle der Messestadt „F-Society“. Der Blog Spielkritik.com, auf dem ein dreiköpfiges Autorenteam aus Leipzig seinen Beitrag zum neuen Diskurs über Videospiele leistet. In einem weiteren Raum zeigten Nachwuchsentwickler ihren ersten, teils recht wilden Kreationen. Und in der Mensa bewies unter anderem der Verein Würfelpech, dass sich das analoge Spiel noch gegen das digitale behaupten kann: Dutzende Besucher tummelten sich an den Spielbrettern und -karten.

Auch Virtual-Reality-Games konnten ausprobiert werden.

Quelle: Christian Modla

Einer weiterer Trend, der an diesem Samstag auf hohes Interesse stieß, waren Roboter. Sibylle Schwarz von der HTWK präsentierte das gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft initiierte Projekt „Roberta“. Damit sollen Schüler - vor allem Mädchen - ab der fünften Klasse ganz praktisch für Naturwissenschaften interessiert werden. „Partnerschulen der HTWK bekommen von uns Sets, aus denen sich Roboter zusammenbauen lassen, die anschließend programmiert werden können. Außerdem bekommen die Lehrer eine Schulung“, so Schwarz. „Dieses Projekt gibt es schon lange in anderen Bundesländern – nun bekommt auch endlich Sachsen das erste Roberta-Zentrum.“

Fußball-Roboter im Duell

Der absolute Besucher-Höhepunkt waren allerdings die Partien der Roboter-Fußballmannschaften im Dachgeschoss. Hier spielten regelmäßig fünf kniehohe, komplett autonome Kicker gegen fünf andere. Allerdings noch in sehr gemächlichem Tempo – vom angestrebten Sieg eines Roboter-Teams gegen den amtierenden Fußball-Weltmeister sind Hannes Hinernsky und seine Kollegen vom Robo-Soccer-Studentenverein noch ein gutes Stück entfernt.

„Games sind längst ein Massenmedium“, so Klaus Bastian. Dem wurde die elfte lange Nacht der Computerspiele mit ihrem breiten Angebot mehr als gerecht. Von Retro bis Robo, von analog bis digital, von Spaß bis Forschen, von Zuschauen bis Ausprobieren, von jung bis alt wurde hier das Spielen in all seinen Facetten präsentiert und ausgelebt. Neben der Dreamhack ist die jährliche Veranstaltung an der HTWK deshalb eine gute Bestandsaufnahme und ein wichtiger Beitrag für die Zukunft des potentiellen Spiele-Standortes Leipzig. „Wir haben hier viele sehr interessante Pflänzchen“, fasst Klaus Bastian die digitale Start-Up-Szene in der Messestadt zusammen. „Wir müssen sie nun pflegen, damit sie wachsen und gedeihen können. Leipzig ist auf einem guten Weg.“

Von Christian Neffe

HTWK Leipzig 51.314098 12.372901
HTWK Leipzig
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