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Attacke von Kollegah gegen Fan: Polizei leitet Ermittlungsverfahren ein
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Bei Konzert in Leipzig Attacke von Kollegah gegen Fan: Polizei leitet Ermittlungsverfahren ein

Der Schlag gegen einen Fan beim Konzert in Leipzig am Wochenende sorgte bundesweit für Aufsehen. Während der Rapper seine Tour fortsetzt, hat sich nun die Polizei eingeschaltet. Muss Kollegah bald bei der Leipziger Staatsanwaltschaft aussagen?

Kollegah beim Konzert am Samstag in Leipzig.
 

Quelle: imago

Leipzig.  Die gewalttätige Aktion des Rappers Kollegah beim Konzert am Samstagabend im Haus Auensee hat ein polizeiliches Nachspiel. Wie bereits am Sonntag bekannt wurde, liegt eine Online-Anzeige wegen des Vorfalls bei der Polizei vor, das bestätigte Sprecher Alexander Bertram am Montag gegenüber LVZ.de. Allerdings stammt die Anzeige nicht von dem Mann, der bei dem Konzert von Kollegah erst in den Bauch getreten und dann geschlagen wurde. „Sie stammt von einer Person außerhalb Sachsens, die vermutlich gar nicht beim Konzert war und den Vorfall nur im Internet gesehen hat“, so Bertram. Vom Geschädigten selber sei noch nichts bekannt, er habe sich nicht bei den Behörden gemeldet. Die Polizei war am Samstag nicht im Haus Auensee, erfuhr nach eigener Aussage erst durch die Anzeige von dem Vorfall.

 

Der Skandal in Leipzig könnte trotzdem Folgen für den Rapper haben, der mit bürgerlichem Namen Felix Antoine Blume heißt.. Denn laut Bertram besteht bei Straftaten ein genereller Verfolgungszwang. Und auf den Internetvideos sehe es zumindest nach einer Straftat aus. Ein Ermittlungsverfahren sei inzwischen eingeleitet, der Fall lande also in jedem Fall bei der Staatsanwaltschaft. Bevor sich der Musiker möglicherweise zu dem Fall äußern muss, versucht die Polizei aber, den von Kollegah attackierten Fan ausfindig zu machen. „Es wäre gut, wenn sich der Geschädigte bei uns meldet“, appelliert Bertram.

„Überzogene Reaktion“

Inzwischen äußerte sich auch ein Fan, der am Samstag beim Konzert im Haus Auensee mit dabei war, gegenüber LVZ.de. Markus K. stand in der ersten Reihe, als der Rapper erst zwei Fans zu einem Rap-Battle auf die Bühne holte und einen von ihnen dann niederschlug, nachdem dieser versucht hatte, Kollegah die Sonnenbrille vom Kopf zu nehmen. „Das war schon eine ziemlich überzogene Reaktion“, findet Markus K., der schon öfter bei Konzerten des Musikers war. Schließlich habe sich der Fan noch zweimal bei Kollegah entschuldigt, „selbst als er schon auf dem Boden lag“.

Das Konzert sei danach trotzdem fast normal weitergegangen. „Die Leute waren auf der Seite des Künstlers“, so Markus K. Die Stimmung sei nur kurz angespannt gewesen.

Der Musiker selber äußerte sich noch immer nicht direkt zu dem Vorfall. Beim Konzert am Sonntag in München verschenkte Kollegah allerdings seine Sonnenbrille an den Gewinner des dortigen Rap-Battles und sagte: „Ihr wollt alle die Brille vom Boss, ich schenk sie dir. Hier, dann nimm sie doch.“ Am Dienstag steht ein Auftritt im Berliner Tempodrom an.

Im Affekt gehandelt?

In den sozialen Netzwerken wird der Rapper weiter scharf kritisiert für sein Verhalten beim Konzert in Leipzig. So schreibt ein Fan beispielsweise: „Warum reimt sich eigentlich Kollegah auf Fanschläger?“ Ein anderer meint: „Ich sag euch, wenn der keine Anzeige deswegen kassiert dann war das gekauft. Ich mag Kollegah ja, aber diese Aktion zerstört einfach das fandom.“ (Schreibweise wie im Original)

In einigen Kommentaren wird außerdem angezweifelt, dass die Gewalt eine spontane Reaktion war. „Die Aktion war inszenierte Promo“, schreibt etwa ein Fan dazu. Der Leipziger Markus K. glaubt nicht daran. „Schließlich hat Kollegah willkürlich jemanden aus dem Publikum ausgewählt“, sagt er. „Ich denke mal, das war eine Affekt-Handlung“.

Von luc

Leipzig, Haus Auensee 51.369769 12.31551
Leipzig, Haus Auensee
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