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Ex-Sänger der 3apes arbeitet an neuem Projekt
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Blues-Rock und mehr Ex-Sänger der 3apes arbeitet an neuem Projekt

Die 3apes begeisterten ab 2005 die Musik-Szene mit fantastischem Blues-Rock auf die punkige Art. Inzwischen ist die Band Geschichte. Sänger und Gitarrist Robert Petzold alias Robert Elektrozoo hat mit Elektrozoo And The Residudes ein neues Projekt, über das er im Interview spricht

Abkehr von den Affen, den 70ern treu geblieben: Robert Petzold aka Robert Elektrozoo hat ein neues Projekt gestartet – momentan wird am Set gearbeitet, dann geht’s auf die Bühne.

Quelle: Foto: Volly Tanner

Leipzig. Die 3apes begeisterten ab 2005 die Musik-Szene mit fantastischem Blues-Rock auf die punkige Art; 2006 gewann das Trio den Wettbewerb „Courage zeigen“ für Nachwuchsbands und spielte mit namhaften Künstlern vor dem Völkerschlachtdenkmal. Inzwischen ist die Band Geschichte. Sänger und Gitarrist Robert Petzold alias Robert Elektrozoo hat mit Elektrozoo And The Residudes ein neues Projekt, über das er im Interview spricht.

Warum gibt es die drei Affen nicht mehr?

Die Zeiten änderten sich, aber nicht die Affen. Wir haben uns nach zehn Jahren getrennt, weil wir uns hätten ändern müssen. Nach unserem Blitzstart im Mai 2005 lief die Sache richtig gut. Doch irgendwann wurden die Muggen weniger und die Gagen geringer. Uns fehlte ein professionelles Management. Wir fanden keinen gemeinsamen Nenner, wie wir uns selbst hätten vermarkten können – und scheiterten an unterschiedlichen Prioritäten, die wir in unserem gemeinsamen Projekt setzten. Es drohte, ein Feierabend-Ding zu werden, das war mir zu wenig. Ich zog für mich die Reißleine.

Mit Elektrozoo And The Residudes gibt es jetzt die erste Veröffentlichung. Was steckt auf dem Tonträger?

Ein Ausschnitt unseres gerade entstehenden Programms. Die Single mit den vier Songs nennt sich „Brighter Than Fog“. Eine Mischung aus Stoner und Doom mit einer ordentlichen Portion Blues – weitab vom Partyprogramm, das man von mir kannte. Den Dur-Akkord muss man suchen, die Riffs sind schwer und treibend. Musik für den Nacken, nicht für die Beine!

Und wer sind diese ominösen Residudes?

Hartgesottene Mitstreiter, die den Entstehungsprozess der Band erlebt haben. Mit Schlagzeuger Julius Stelzer habe ich das Projekt gegründet. Auf der Suche nach der Besetzung haben wir einige Musiker kommen und gehen sehen. Nach zwei Jahren ist die Türklinke zu unserem Proberaum gut poliert, und für den dritten Dude am Bass sieht es viel versprechend aus. Es wird fleißig am Set gearbeitet. Sobald es steht, geht’s auf die Bühne, der Rest ist Zukunft, hoffentlich eine gute.

Wie ist denn die Stimmung zwischen den beiden anderen Ex-Affen und Dir derzeit?

Es ist jetzt fast zweieinhalb Jahre her, dass wir uns trennten. Da hat man mittlerweile einen anderen Blick auf das Ganze. Natürlich war das nicht einfach. Jeder hatte sein Herzblut reingesteckt, das war unser Baby! Wir waren stolz wie Bolle, als es Laufen lernte. So stolz, dass wir zur ersten Record-Release-Party an die 1000 Plakate in der Stadt klebten. Alle sollten mitbekommen, dass wir geile Mugge machen. Aber genauso traurig waren wir, als es lahmte. Wir haben uns einvernehmlich getrennt, um unsere Freundschaft zu retten und nicht den Respekt voreinander zu verlieren. Mittlerweile haben wir uns ein bisschen aus den Augen verloren, aber Freunde sind wir immer noch.

Elektrozoo And The Residudes klingen aus der Zeit gefallen, als ob Du Mitte der Siebziger aufgehört hast, Charts zu hören. War das Dein Ansinnen?

Back to the roots! Warum soll man das Rad neu erfinden, wenn es am Ende doch nur um den Antrieb geht. Ich bin mit den Kassetten und Radiomitschnitten meines Vaters aus Ostzeiten aufgewachsen, da drauf waren die 70er Jahre. Als ich meine erste Gitarre bekam, war es natürlich der Blues, der mich animierte zu klampfen und der mit der Zeit härter und rockiger wurde. Ich habe nicht die Intention, etwas Neues zu schaffen, ich kremple mit der Musik mein Innerstes nach außen, mit denselben handwerklichen Mitteln wie zu jener Zeit. Und wenn es an die 70er erinnert, dann ist das für mich ein großes Kompliment.

Was ist eigentlich aus Deinem Klamottenlabel ZooTex geworden?

Es ist bis jetzt ein Geheimtipp geblieben. Es ist nicht leicht, mit selbst genähten Klamotten Geld zu verdienen, da muss man kreativ sein. Ich bin bei der Maßanfertigung geblieben, allerdings hat sich die Bandbreite mittlerweile um Sonnensegel, Fahrradverdecke, Taschen oder auch mal ein Zeltsystem für Camper erweitert.

 

Mehr über Elektrozoo and the Residudes auf www.facebook.com/elektrodudes

Von Volly Tanner

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