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Wunderkind des Kunsthandels: der Leipziger Galerist Fabian Kahl
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Antiquitätenhändler Wunderkind des Kunsthandels: der Leipziger Galerist Fabian Kahl

Mit seiner exzentrischen Frisur, seinen Piercings und seinem androgynen Look sieht Fabian Kahl wie ein lebendes Kunstwerk aus. Der junge Galerist ist lebensfreudig, wissbegierig - und vor allem kunstbegeistert.

Besprühte Mauerstücke und andere Kunst: Fabian Kahl in seiner Galerie "SansvoiX modern art" in der Brandenburger Straße 2, was so viel bedeutet wie "Sprachlose moderne Kunst".

Quelle: André Kempner

Leipzig. Wer ihn trifft, vergisst ihn nicht. Mit gerade mal 22 Jahren hat er im Sommer 2013 die Galerie "SansvoiX modern art" und die Lounge K3 in der Brandenburger Straße 2 eröffnet.

Für die Arbeit im Kunstbereich war er prädestiniert. "Meine Familie hat sich schon immer mit Kunst beschäftigt", sagt er. "Ich bin daher früh mit ihr, überhaupt mit allem Kulturellen in Berührung gekommen."

 Fabian Kahl stammt aus Thüringen. Seine Eltern sind die Eigentümer des Barockschlosses Brandenstein in Ranis und besitzen zudem einen Antiquitätenhandel in Rudolstadt. Als Kind ging der Nachwuchsgalerist mit Mutter und Vater oft auf Trödelmärkte. Fast jeden Tag verbrachte er im Familiengeschäft. Nach der 10. Klasse in Thüringen wollte Fabian Kahl unbedingt Künstler werden. "Ich habe gemalt und Gedichte geschrieben, mit 15 sogar ein Theater-Stück verfasst", erzählt er. "Aber meine ganze Liebe galt und gilt dem Design und der Skulptur." Also wollte er sein Fachabitur in Kunst machen, brach dieses dann aber ab, um in den Kunsthandel seiner Eltern einzusteigen.

 Nach drei Jahren wollte der ehrgeizige junge Kunsthändler auf eigenen Füßen stehen und zog nach Leipzig. In Klein-Paris ist Fabian Kahl verliebt: "Es ist eine dynamische Stadt mit viel Kultur und vielen jungen Menschen. Leipzig ist absolut entwicklungsfähig." Heute besitzt er einen riesigen Ausstellungsraum und eine gemütliche Lounge auf etwa 1000 Quadratmetern. "In der Galerie wird bildende Kunst gezeigt und in der Lounge finden die dazugehörigen Events statt", erläutert Fabian Kahl.

 Ein junges Gesicht in der Kunst-Szene zu sein, ist nicht immer einfach. "Anfangs sind die Leute sehr erstaunt, wenn ich mich als Galerist vorstelle. Aber dann kann ich mich ganz gut artikulieren und sie merken, dass ich einen gefestigten Hintergrund habe und keine Marionette bin."

 Das Kunstprojekt hat der junge Autodidakt durch private Mittel finanziert. "Mein Elternhaus hat mir tatkräftig unter die Arme gegriffen. Dadurch war es realisierbar. Jetzt muss es bewirtschaftet und gehalten werden." In seiner Galerie wurden schon Kunstwerke aus dem Kunsthaus Tacheles, von Designer Luigi Colani und vom belgischen Künstler Jan Scheirs ausgestellt. Die aktuelle Schau zeigt Kunstwerke von HR Giger und läuft noch bis zum 13. Juni. Wichtigstes Meisterstück der Exposition ist die Harkonnen-Tischgruppe, die 1980 für den Film "Dune - der Wüstenplanet" entworfen wurde, um dann nicht verwendet zu werden. Ebenfalls zu sehen ist eine alptraumhafte Kreatur, die Giger für den Film "Alien" kreiert hat. Fest installiert in der Galerie sind zwölf Original-Betonsegmente der Berliner Mauer - das längste Stück Mauer außerhalb der einst geteilten Stadt. "Es steht hier als Denkmal, aber auch - weil besprüht - als Kunstwerk", betont Fabian Kahl.

 Der Mann scheint jedenfalls auf dem Weg zum Erfolg zu sein. Seit vorigen Sommer ist er als junger Händler in der ZDF-Sendung "Bares für Rares" an der Seite von Horst Lichter zu sehen. "Auf dem Leipziger Trödelmarkt wurde nach Protagonisten für diese Sendung gesucht. Sie sind auf mich gestoßen, weil sie gern ein junges Gesicht zeigen wollten."

 Auf sich aufmerksam machen will Fa- bian Kahl auch beim nächsten Wave-Gothic-Treffen (WGT) vom 6. bis 9. Juni. "Die Giger-Ausstellung wird eines der kulturellen Highlights des WGT sein und Konzerte werden auch in meiner Lounge stattfinden", freut er sich.

 iDie Galerie "SansvoiX" ist mittwochs bis sonntags zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet; weitere Infos im Netz unter www.sansvoix.de, Fabian Kahl bei "Bares füre Rares"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.03.2014

Adeline Bruzat

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