Menü
„Mach’s leiser“ kommt noch mehr in Fahrt
Klein Mittel Groß

Stadt übernimmt vom Ökolöwen „Mach’s leiser“ kommt noch mehr in Fahrt

Das vom Leipziger Umweltbund Ökolöwe entwickelte Modellprojekt „Mach’s leiser“ wird zu einer Erfolgsgeschichte: Die Stadt greift es auf und stellt 250 000 Euro zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs in Stötteritz bereit.

Tino Supplies vom Leipziger Ökolöwen. (Archivfoto)

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. „Mach’s leiser“ ermöglicht Bürgern als „lokale Experten“ Vorschläge zur Verkehrsberuhigung auszuarbeiten und zu priorisieren, damit sie anschließend von der Stadtverwaltung umgesetzt werden können.

Anwohner sagen deutlich,wo sie Lärm besonders stört

„Mach’s leiser“ erlebte von 2011 bis 2013 im Leipziger Norden seine Premiere. Damals bot der Ökolöwe den Einwohnern von Eutritzsch, Gohlis, Möckern und Wahren an, aktiv bei der Erarbeitung des Lärmaktionsplanes mitzumachen. „Die Bürger sollten selber deutlich machen, wo sie der Lärm besonders stört und wie man ihn minimieren könnte“, erläutert Tino Supplies vom Ökolöwen. „Davor war das anders: Die Verwaltung hat einen Plan erarbeitet und die Bürger konnten sagen, was sie davon halten.“

In den Jahren 2015 und 2016 wurde das Projekt auf den Stadtteil Stötteritz übertragen, wo es besonders viele gegenläufige Vorschläge gab. Dort gelang es auch, in vielen Fällen einen Konsens zu erreichen. „Im aktuellen Stötteritzer Bürgerkonzept sind daraus 43 Einzelmaßnahmen geworden, hinter denen auch die Politik und die Stadtverwaltung stehen“, so Supplies. „Denn was die Bürger entwickeln, ist im Rathaus konsensfähig.“

Gleichzeitig betonen die Organisatoren, dass die Umsetzung vieler Stötteritzer Projekte noch aussteht. „Unser Ziel ist, nicht nur Papier zu bedrucken, sondern die Zustände vor Ort zu verbessern“, so Ökolöwe Supplies. Die bislang umgesetzten zehn Maßnahmen hätten schnell und kostengünstig zu Verbesserungen geführt – unter anderem zu Querungshilfen in der Ludolf-Colditz- und Naunhofer Straße, zu neuen Tempo-30-Zonen und zu Fahrrad-Abstellanlagen. Als ein Schlüsselprojekt gilt aktuell der Stötteritzer S-Bahnhof, der eine „Verkehrsdrehscheibe“ werden soll. Die Idee: Damit weniger Autos fahren, soll die Straßenbahn direkt unter der S-Bahn-Brücke eine Haltestelle erhalten. Außerdem soll die Buslinie 74 vom 20-Minuten-Takt auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet werden. „Beides ist auf einem sehr guten Weg“, so Supplies.

Amt setzt auf die Förderung des „muskelbetriebenen Verkehrs“

Weil der Bund jetzt im Rahmen des Forschungsprojekts „Aktive Mobilität in städtischen Quartieren“ 250 000 Euro für die Umsetzung weiterer Stötteritzer Vorhaben bereitgestellt hat, soll in diesem und im nächsten Jahr noch mehr passieren. Gedacht ist vor allem an kleinteilige und kostengünstige Verbesserungen der Nah-Mobilität – also an alles, was Wege zu Fuß oder mit dem Rad attraktiver macht. Dazu gehören sichere Schulwege, Radmarkierungen oder Querungshilfen.
Die Federführung liegt jetzt beim kommunalen Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt. „Wir sind sehr froh, in Stötteritz mehr für den muskelbetriebenen Verkehr tun zu können“, kommentiert Amtsleiter Michael Jana die Entwicklung.

Von Andreas Tappert

E-Mail facebook twitter google+WhatsApp
Voriger Artikel: Anmeldungen für das Programm der Leipziger Umwelttage noch bis 31. März möglich
Nächster Artikel: Leipzigs Müllfeuerwehr & Co. kämpfen gegen rund 1800 Tonnen illegale Abfälle