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CDU stellt sich gegen Finanzspritzen für angeschlagenen HC Leipzig
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200.000 für Stadtsport CDU stellt sich gegen Finanzspritzen für angeschlagenen HC Leipzig

Geht es nach der Union im Leipziger Stadtrat, wird der finanziell schwer angeschlagene HC Leipzig nicht mit Stadtfinanzen gerettet. Stattdessen soll das Geld dem gesamten Leipziger Sport zu Gute kommen, hieß es am Freitag.

Blick in den Leipziger Stadtrat, wo am Mittwoch über die Zukunft des HC Leipzig entschieden wird.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die CDU-Fraktion im Leipziger Stadtrat stellt sich gegen eine Rettung des HC Leipzig mit kommunalen Finanzspritzen. Statt dem mit 1,3 Millionen Verbindlichkeiten schwer angeschlagenen Frauenhandball-Bundesligisten mehrere Hunderttausend Euro Hilfe aus der Stadtkasse zu gewähren, wollen die Christdemokraten lieber den kleinen Sport in der Messestadt mit zusätzlichen 200.000 Euro unterstützen. „Die Bedienung von Gläubigern einer offensichtlich durch jahrelange Misswirtschaft in Schieflage geratenen GmbH gehört nicht zu den Aufgaben der Stadt Leipzig“, heißt es im am Freitag veröffentlichten Antrag der Union für die nächste Ratsversammlung.

Die Entscheidung, sich gegen die ins Spiel gebrachten 300.000 Euro an außerordentlichen Zuschüsse für den HC Leipzig zu positionieren, sei auf der Fraktionssitzung am Mittwoch gefallen. „Es wird so getan, als ob man die Sportstadt Leipzig rettet, wenn man das Geld einer Handball GmbH gibt“, erklärte CDU-Stadtrat Ansbert Maciejewski gegenüber LVZ.de. Seine Fraktion fände es dagegen fairer, dem gesamten Sport in Leipzig mehr Geld zu gewähren – damit beispielsweise Sanitärgebäude saniert und Rasentraktoren angeschafft werden können.

Auch FCS und Lok nicht gerettet – Abweichler Jens Lehmann

„Es gibt ja auch Gründe, warum eine Handball-GmbH so in Schieflage geraten ist und solche Verluste gemacht hat. Und jetzt sollen wir den gleichen Leuten so viel Geld geben? Damit hat die CDU-Fraktion große Bauchschmerzen“, so Maciejewski weiter. Der Stadtrat kann sich auch nicht daran erinnern, dass in der Vergangenheit andere Sportvereine ähnlich unterstützt wurden: „Auch beim FC Sachsen oder bei Lok Leipzig war das nicht so“, sagte Maciejewski.

Ob der Antrag der CDU am kommenden Mittwoch in der Ratsversammlung eine Mehrheit erhält, ist unklar. Zwar stellt die Union die größte Fraktion, es gibt aber parallel auch einen Antrag, dem HC Leipzig insgesamt 300.000 Euro zu gewähren – davon 100.000 Euro als Darlehen bis zum Saisonende. Unterstützt wird dieser Vorschlag neben Stadträten von Grünen, Linken und SPD auch von CDU-Mann Jens Lehmann. „Jens Lehmann ist über den Beschluss der Fraktion informiert. Ihm war bisher auch klar, dass er beim Thema HCL innerhalb der CDU eine Einzelauffassung vertritt“, so Parteikollege Maciejewski am Freitag.

Von mpu

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