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Delitzsch: Besondere Kunst im Landratsamt
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Ausstellung im Foyer Delitzsch: Besondere Kunst im Landratsamt

Es geht um Toleranz und Solidarität, Respekt, Zusammengehörigkeit und Gleichberechtigung: Mit der Ausstellung „The Art of Inclusion“ wird im Foyer des Delitzscher Landratsamtes ein besonderes Kunstprojekt gezeigt. Promis wie Udo Lindenberg, Joachim Löw und die Bundeskanzlerin spielen dabei auch eine Rolle.

In den Bildern und ihren Rahmen soll sich der Betrachter ganz ausdrücklich spiegeln, sagt Gee Vero.

Quelle: Christine Jacob

DELITZSCH. Wenn die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Nordsachsen und das Kultur-Sachgebiet zu einer Ausstellung einladen, ist klar: Es geht um mehr als hübsch anzusehende Bilder. Mit „The Art of Inclusion“ wird seit Donnerstag im Foyer des Delitzscher Landratsamtes eine Ausstellung mit besonderem Anspruch gezeigt. In der Richard-Wagner-Straße ist eines der vielen Projekte der Künstlerin Gee Vero zu sehen. Sie arbeitet damit für Akzeptanz.

Jeder kann teilhaben

„The Art of Inclusion“ zeigt zahlreiche Prominente, sie zeigt viele Kinder, sie zeigt Otto Normalos – Menschen, in all ihren Facetten eben. Menschen und Künstler. Jeder kann Teil von „The Art of Inclusion“ werden, auf der Seite www.cloud-burst.tv kann man sich die Zeichnung des halben Gesichts herunterladen, es vollenden und dann einschicken. Auch im Landratsamt selbst wird es möglich sein, sein eigener Künstler zu werden. Gee Vero hat 2010 erstmals dazu eingeladen, mit ihr gemeinsam etwas zu schaffen. Sie verschickte die erste gezeichnete Gesichtshälfte an Udo Lindenberg und bat den Musiker, es zu vollenden. „Der ist verrückt genug, da mitzumachen“, war sie überzeugt. Zahlreiche Prominente wie die Autorinnen Christa Wolf und Cornelia Funke haben inzwischen ebenso mitgewirkt, Angela Merkel und Richard von Weizsäcker haben zumindest Unterschriften geleistet und sind ebenfalls in der Ausstellung vertreten. Diese ist noch bis zum 16. Mai täglich während der Öffnungszeiten der Behörde zu sehen und darauf ausgelegt, im öffentlichen Raum mit möglichst vielen Betrachtern gezeigt zu werden. Gee Vero will so Brücken bauen zwischen autistischen und nicht-autistischen Menschen. Die 45-Jährige, bei der im Alter von 37 das Asperger-Syndrom diagnostiziert wurde, kämpft so für die Inklusion. Die Asperger-Variante des Autismus kennzeichnen zum Beispiel Schwächen in den Bereichen der sozialen Interaktion und Kommunikation. Gee Vero hat ein Buch über die autistische Wahrnehmung der Dinge veröffentlicht und hält Vorträge, reist mit ihren Projekten europaweit. Die Künstlerin hat zwei Töchter und einen zwölf Jahre alten Sohn, der eine schwere Form des Autismus hat. Autismus, sagt sie, sei aber keine Krankheit, sondern eine andere Art der Wahrnehmung. „Wir sind alle anders“, sagt Gee Vero, „aber trotzdem eine Gemeinschaft, das Anderssein verbindet uns.“

Von Christine Jacob

DELITZSCH, Richard-Wagner-Straße 7a 51.51722 12.33292
DELITZSCH, Richard-Wagner-Straße 7a
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