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Vogelschützer bauen altes Trafohaus in Lissa zu Nistplätzen für Vögel um
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Artenschutz Vogelschützer bauen altes Trafohaus in Lissa zu Nistplätzen für Vögel um

Anfang Dezember hatte der Naturschutzbund (Nabu) eine ausgediente Trafostation im Wiedemarer Ortsteil übernommen. Diese sollte für den Vogelschutz mit Nistkästen bestückt werden. Nun hoffen die Vogelschützer, dass die Tiere das Angebot annehmen.

Eine Klappe, die sich zur Kontrolle und Reinigung der Kästen nach unten öffnen lässt: Frank Heine baut die Nistkästen funktional.

Quelle: Manuel Niemann

Lissa. „Es war ein ganz schöner Aufwand, aber es hat sich gelohnt“, freut sich Frank Heine. Anfang Dezember hatte der Naturschutzbund (Nabu) eine ausgediente Trafostation im Wiedemarer Ortsteil zur Nachnutzung übernommen. Diese sollte für den Vogelschutz mit Nistkästen bestückt werden. Die Projektierungs- und Ausbauarbeit übernahm die Regionalgruppe Partheland Taucha. Deren Mitgliederzahl ist überschaubar: Lediglich Frank Heine und Frank Jonack führen an diesem Morgen durch die Turmstation. „Wir zwei sind Einzelkämpfer: In ganz Nordsachsen kontrollieren, beringen und machen wir sauber“, sagt Heine über sich und seinen Mitstreiter. Beide sind berentet und im Gegensatz zu den gebäudebewohnenden Vogelarten, die sie ehrenamtlich schützen, fehlt in ihren Reihen der Nachwuchs. Frank Heine besitzt mittlerweile einen riesigen Schatz an Schlüsseln. Er hütet den Zugang zu 35 solcher Trafohäuschen, die er mitbetreut. Da da sind die 42 Kästen, die er allein in der Eilenburger Nikolaikirche zusätzlich noch wartet, nicht mitgezählt.

Der Turm ist bezugsfertig

In Lissa fehlt eigentlich nur noch der letzte Anstrich an der Tür zum Turm. Der erstrahlt in neuen Farben und mit neuer Ausstattung: Kleinkästen für Spatzen und Mehlschwalbennester sind außen angebracht, für größere Vögel wurden mit einer Hubbühne Durchbrüche nach Innen gemacht. „Für die Schwalben fehlt heute die Viehzucht. Die brauchen Ställe oder zumindest eine Lehmmulde mit Wasser, damit sie ihre Nester bauen können“, sagt Heine. Im Inneren des Turms schließen Fäden mit Gewichten die Klappen zu den Einflugslöchern. Eine Sicherungsmaßnahme: Jung- oder Alttiere können dadurch nicht rausspringen. „Wenn wir hier reinkommen, hören sie das oben“, sagt Heine. Oben demonstriert er die Funktionsweise der Gewichte noch einmal am Schleiereulenkasten. „Die brüten hier drinnen auf einfachem Streu, weil die Eulen selbst nichts einbringen.“ Er hofft nun, dass die Vögel das Angebot finden und auch annehmen. Damit auch die richtigen Gäste die Kästen beziehen, verfügen diese über Blenden: „Da passt die Taube nicht durch, aber eine Schleiereule.“ Heine baut die Kästen in der eigenen Werkstatt – aus wetterbeständigem Material und auch so, dass sie sich anpassen lassen: „Angenommen Turmfalken wären hier jetzt drin, dann ließe sich diese Zwischenklappe wieder lösen.“

Von Manuel Niemann

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