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Trotz humorvoller Anzeige: Doberschütz findet keinen Pächter für den Heidekrug
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Traditionslokal Trotz humorvoller Anzeige: Doberschütz findet keinen Pächter für den Heidekrug

Die Gemeinde Doberschütz ist immer noch auf der Suche nach einem neuen Pächter für den Gasthof Heidekrug im Ortseil Wöllnau. Zwar hätten sich drei Interessenten bei der Gemeinde gemeldet, so Bürgermeister Märtz. Doch die hätten sich wieder zurückgezogen. Was wird jetzt aus dem Traditionslokal?

Der große Saal eignet sich für Feierlichkeiten im Heidekrug Wöllnau.

Quelle: Kathrin Kabelitz

Wöllnau. Du solltest Bier zapfen können. Kochen wär auch nicht schlecht. Du solltest Schnaps vertragen. Grundkenntnisse im Skat und Doppelkopp sind Pflicht .... und sicherlich musst Du Dich auch ab und an mal um die Dorfschönheit „kümmern.“ Der Doberschützer Bürgermeister Roland Märtz (CDU) griff zu außergewöhnlichen Mitteln, schaltete im Frühjahr eine locker flockig gestaltete Zeitungsanzeige – gebracht hat das nichts. Für den Heidekrug in Wöllnau findet sich einfach kein Pächter. Zwar hätten sich drei Interessenten bei der Gemeinde gemeldet, so Märtz. Ein Italiener sei dabei am längsten am Ball geblieben, bis er sich mit Blick auf die notwendige Investitionen zurückzog. Von den anderen sei trotz einer ersten Interessensbekundung nichts mehr zu vernehmen gewesen.

Lokal ist in Gemeindehand

Das Ende vom Lied: Das Traditionslokal bleibt in Gemeindehand. Als Gaststätte wird es derzeit nicht genutzt. Wer will, könne das Objekt aber mieten, müsse sich dafür an Ortsvorsteher Karl-Heinz Pohlenz wenden. Die Verpflichtung eines Caterers sei dabei Sache des Mieters.

Mit dieser humorvollen Anzeige warb die Gemeinde Doberschütz für einen neuen Pächter.

Quelle: privat

Reaktionen habe er auf seine sehr individuell gestaltete Such-Annonce einige bekommen: „Alle fanden es lustig und schick und schön.“ Doch ganz sachlich und eher humorlos muss auch Roland Märtz einräumen, dass es eben doch schwer ist, einen Kneiper für einen Gasthof auf dem Land zu finden. Bier zapfen und Skat spielen können allein reiche sicher nicht – eine gewisse Identifikation mit dem Leben und Arbeiten auf dem Land gehört dazu. Ganz aufgeben will die Gemeinde aber nicht. Am Freitag, 19. Mai, trifft sich der Ortschaftsrat um 19.30 Uhr im Versammlungsraum der Feuerwehr und will über die weitere Nutzung des Saals beraten.

Der Heidekrug wird seit Sommer 2015 nicht mehr bewirtschaftet. Das über 550 Quadratmeter große Traditionslokal liegt im Naturpark Dübener Heide, verfügt über einen Gastraum mit 23 Sitzplätzen sowie einen angrenzenden Saal mit 150 Sitzplätzen. Stühle und Tische sind vorhanden, gehören der Gemeinde und werden von dieser bereitgestellt.

Badrina hat ähnliches Schicksal

Doberschütz befindet sich mit der Suche nach einem Kneiper in guter Gesellschaft mit Badrina (Gemeinde Schönwölkau). Seit nunmehr fünf Jahren wird dort nach einem neuen Pächter für den Leinekrug, der ebenso in kommunaler Hand ist, gesucht. So wie in Wöllnau gibt es auch dort einen großen Saal, in dem regelmäßig Veranstaltungen stattfinden.

Von Kathrin Kabelitz

Wöllnau 51.5433104 12.7052628
Wöllnau
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