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Startschuss für „urbanes Wohnen am Nobelring“ in der Ranstädter Mark
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Neue Eigenheime Startschuss für „urbanes Wohnen am Nobelring“ in der Ranstädter Mark

Mit einem kleinen Feuerwerk an Beschlüssen gab der Stadtrat am Donnerstagabend einstimmig den Startschuss für die weitere Entwicklung der Ranstädter Mark.

So sieht der Entwurf des Konzeptes für das „Urbane Wohnen am Nobelring“ in Markranstädt aus.

Quelle: MBWV

Markranstädt. Mit einem kleinen Feuerwerk an Beschlüssen gab der Stadtrat am Donnerstagabend einstimmig den Startschuss für die weitere Entwicklung der Ranstädter Mark.

„Urbanes Wohnen am Nobelring“ nennt sich das Konzept der Markranstädter Bau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft (MBWV), das Geschäftsführer Frank Sparschuh vorstellte. Der Name bezieht sich zwar auf das Erfinderviertel, in dem auch Siemens, Celsius und Edison vertreten sind, aber gegen eine wertigere Auslegung des „Nobelringes“ habe er auch nichts, meinte Sparschuh lächelnd.

In Fortführung der bereits bestehenden Bebauung plant die kommunale Firma dort nun gut 50 Einfamilienhäuser mit Grundstücksgrößen zwischen 500 und 700 Quadratmetern. Es werde eine Mischung aus Gewerbe und Wohnen in dem Mischgebiet angestrebt, erläuterte Sparschuh, nannte als Beispiele Architekten mit einem angeschlossenen kleinen Büro oder Ärzte mit Behandlungszimmern.

„Wir wollen eine grüne Oase dort bauen“, sagte Sparschuh und erklärte, dass relativ viel Grün angepflanzt werden solle – auch als Abgrenzung und Sichtschutz zum benachbarten Gewerbegebiet Ranstädter Mark. Nördlich vom neuen Wohngebiet ist zudem das künftige Protonentherapiebehandlungszentrum mit Bettenhaus geplant. „Massen von Interessenten“ gebe es bereits, verkündete Sparschuh. Er plant eine Bebauung innerhalb der nächsten fünf Jahre. Erschließungsbeginn könnte bereits im August sein.

Wie berichtet, hatte die Stadt Markranstädt nach langem Warten und zähem Ringen die Flächen in der Ranstädter Mark vom insolvent gegangenen früheren Bauträger erworben. Die Stadträte stimmten zu, das Areal zum Verkehrswert von 21 Euro je Quadratmeter an die MBWV zu verkaufen, die es beplanen, erschließen, vermarkten und bauträgerfrei weiterveräußern soll. Aktuell sind Preise von 150 Euro je Quadratmeter im Gespräch. Einen Teil des Mehrgewinns soll die städtische Firma direkt an die Stadtkasse zurückfließen lassen. Der Rest kommt der städtischen Gesellschaft zugute. Auf Drängen von SPD-Stadtrat Frank Meißner wurde ins Protokoll aufgenommen, dass das Geld dort für die Finanzierung von Geschosswohnungsbau für Mietwohnungen verwendet werden soll. Bürgermeister Jens Spiske und seine Freien Wähler Markranstädt hatten erst am Tag zuvor erklärt, dass sie auch ohne Fördergeld aus Dresden preiswerten Wohnraum mit sozial verträglichen Mieten schaffen wollten. Wie berichtet, ist dafür eine andere Fläche in der Ranstädter Mark im Gespräch. Dort soll auch eine Vorbehaltsfläche für einen späteren Kitaneubau vorgesehen werden.

Weitere Beschlüsse:

– Nach zwölf Jahren hat das Rathaus seine Verwaltungskostensatzung angepasst und verlangt von den Bürgern nun höhere Gebühren etwa für Auskünfte.

– Von einer insolvent gegangenen Baugesellschaft erwirbt die Stadt knapp 12000 Quadratmeter Land in der Ranstädter Mark, gelegen an der B 186 unmittelbar gegenüber von Möbel Boss. Die verkehrsmäßig günstigen Flächen sollen als Verkaufsflächen für Fachmarkt/Nahversorgung und/oder für eine Tankstelle weiterveräußert werden.

– In der Ranstädter Mark werden zwei Gewerbeflächen (6537 und 2008 Quadratmeter groß) an zwei ansässige Firmen zur Erweiterung veräußert.

– Mit 0,0369 Prozent der Geschäftsanteile ist Markranstädt an der Firma Fernwasser Elbaue Ostharz (FEO) beteiligt – und sitzt dort zusammen mit 17 anderen Kommunen, allen voran Leipzig, das knapp ein Viertel der Anteile hält. Zum Schutz der kleinen Gesellschafter sollen die Anteile nun gebündelt werden. Die Räte votierten, wie schon die Stadt Leipzig, für die Gründung eines Zweckverbandes.

Von Jörg ter Vehn

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