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Alte Schule in Glesien geht für einen Euro an Verein
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Verkauf zu Symbol-Preis Alte Schule in Glesien geht für einen Euro an Verein

Die einstige Schule in Glesien wird für einen Euro an den Verein „Lebendiges Glesien“ verkauft. Der Verein hatte sich im Juli 2016 gegründet. Jetzt hat er zehn Jahre Zeit, „nennenswerte“ Sanierungsmaßnahmen an dem denkmalgeschützten Gebäude durchzuführen.

Die denkmalgeschützte einstige Schule (links) in Glesien wird an den Verein „Lebendiges Glesien“ verkauft, der sie sanieren will.

Quelle: Foto: Roland Heinrich

Glesien. Ruhig war es um das leerstehende, ehemalige Schulgebäude in der Delitzscher Straße in Glesien geworden. Seit 2004 wollte es die Stadt Schkeuditz an einen neuen Besitzer bringen. Bis zu einem Kaufangebot vor ziemlich genau einem Jahr tat sich jedoch nicht viel. Letzter Interessent bot 18 000 Euro und wollte das denkmalgeschützte Haus zu einer Pension umbauen. Das benachbarte und zum etwa 1300 Quadratmeter großen Grundstück dazugehörende einstige Bibliotheksgebäude sollte ein Wohnhaus für eine Familie werden.

In Glesien kam dieses Angebot nicht gut an, man traute dem Bewerber nicht und vermutete sogar Spekulationen. Von der Stadt hieß es, dass es Unstimmigkeiten in den schriftlich fixierten Absichtserklärungen gegeben hatte, weshalb ein Stadtratsbeschluss zum Verkauf gar nicht erst gefasst wurde. Sechs Monate nach seinem Angebot zog der Interessent selbiges im September letzten Jahres zurück.

Jetzt haben die Stadträte mit einer Stimmenthaltung beschlossen, dass das Gelände mit der ehemaligen Schule und Bibliothek an den neuen Verein „Lebendiges Glesien“ zu einem symbolischen Preis von einem Euro verkauft werden soll. Vorsitzende dieses im Juli vorigen Jahres gegründeten Vereins, dessen hauptsächliches Ziel die Erhaltung und Sanierung des alten Schulgebäudes ist, ist Ortsvorsteherin Ute Mähnert. „Noch haben wir die Schule nicht gekauft“, sagte sie am Mittwoch und erwähnte noch notwendige Behördengänge, die wohl noch 14 Tage in Anspruch nehmen werden.

Recht positiv hätten die Glesiener die Nachricht vom Schulhauskauf aufgenommen. „Wir haben Unterstützungsangebote auch von Nichtmitgliedern aus dem Ort erhalten“, sagte Mähnert. Das sei auch schon so gewesen, als der Verein im letzten Jahr zu einer Aufräumaktion an der Schule gebeten hatte. Doch was jetzt zu tun ist, geht über das Aufräumen weit hinaus.

„Im nächsten Jahr wird am Haus nicht viel zu sehen sein werden. Das Jahr geht für viel Schreibtischarbeit und für Planungen drauf“, meinte Mähnert. Außerdem müsse nach Fördermitteln Ausschau gehalten werden. Bereits am Mittwoch begab sich Mähnert zum Vereinstag des Vereins Delitzscher Land, welcher zu Fördergeldern aus dem Leader-Topf berät. „Die Aussichten für Vereine sind gar nicht so schlecht“, meinte Mähnert. Dennoch werde die Sanierung nur peu à peu vonstatten gehen können.

Die Bedingungen, die die Stadt an den Verkauf koppelt, sind durchaus als leger zu bezeichnen: Innerhalb von zehn Jahren sollen „nennenswerte“ Modernisierungsmaßnahmen am Denkmal sichtbar sein. Vom vorherigen Interessent war ein Sanierungsplan mit Finanzierungsnachweis für fünf Jahre gefordert worden.

Von Roland Heinrich

Glesien, Delitzscher Straße 2 51.444854609154 12.226555711639
Glesien, Delitzscher Straße 2
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