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Wasserwerke spülen in Schkeuditz gesamtes Trinkwassernetz
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Rohrreinigung Wasserwerke spülen in Schkeuditz gesamtes Trinkwassernetz

Etwa ein Jahr ist es her, dass die Leipziger Wasserwerke (LW) in Schkeuditz ein Pilotprojekt starteten und das gesamte Leitungsnetz für die Trinkwasserversorgung in der Stadt mit Hochdruck durchspülten. Jetzt steht die Wiederholung der Spülung an. Am Montag startet die und wird voraussichtlich bis Ende April dauern.

Vor einem Jahr wurden in Schkeuditz Trinkwasserleitungen durchgespült. Jetzt passiert das erneut.

Quelle: Foto: Roland Heinrich

Schkeuditz. Etwa ein Jahr ist es her, dass die Leipziger Wasserwerke (LW) in Schkeuditz ein Pilotprojekt starteten und das gesamte Leitungsnetz für die Trinkwasserversorgung in der Stadt mit Hochdruck durchspülten. Jetzt steht die Wiederholung der Spülung an. Am Montag startet die und wird voraussichtlich bis Ende April dauern. „Erst nach der zweiten Spülung, deren Auswertung und dem Vergleich mit den Vorjahresdaten können wir sagen, welcher Leitungsbereich künftig öfter, welcher nicht so oft gereinigt werden muss“, erklärte LW-Sprecherin Katja Gläß zum Pilotvorhaben.

Bei der Spülung geht es vor allem darum, die vorhandenen Wasserleitungen zu pflegen beziehungsweise zu erhalten. Eine Trinkwasserleitung habe eine „Lebenserwartung“ von 50 bis 80 Jahren. Ein guter Teil der insgesamt etwa 3400 Kilometer Rohrleitungen ist aber auch noch viele Jahre länger am Netz, informierte Gläß. Mit der Leitungsspülung könnte sich deren Anteil durchaus erhöhen.

Mit etwa fünf bis sieben Bar – einem Druck, der in den Trinkwasserleitungen sonst nicht anliegt – werden die Rohre durchgespült. In ihnen können nämlich Ablagerungen entstehen, die, wenn sie sich lösen, Armaturen gefährlich werden könnten. Auch messen die LW die Fließgeschwindigkeit, den Druck, den pH-Wert, die Trübung und die Leitfähigkeit des Wassers. Danach ließe sich ziemlich genau ermitteln, wo sich eine Ablagerung befunden habe. Außerdem nehmen die LW jeweils eine Wasserprobe vor und nach der Spülung. So kommen dann insgesamt 570 Proben ins Labor.

Die Wasserwerke spülen das etwa 74 Kilometer lange Schkeuditzer Trinkwassernetz systematisch durch. Dafür haben die LW knapp 300 Spülabschnitte eingerichtet. Die Arbeiten sind auf rund sechs Wochen ausgerichtet und die Spülungen werden, außer am langen Osterwochenende, montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr stattfinden, informierte Gläß. Während der Spülungen werde es keine planmäßigen Versorgungsunterbrechungen geben, es könne jedoch zu kleineren Druckschwankungen und Braunfärbung des Wassers kommen. Diese Einfärbungen sind gesundheitlich unbedenklich, meinte die LW-Sprecherin. Bürger sollten aber vor dem Wäschewaschen prüfen, ob das Wasser klar fließt.

Was das Wasser, das bei der Probeentnahme vor der Spülung mancherorts doch recht braun daherkommt, einfärbt, sind Eisen und Mangan. Bei PE-Rohren sind es auch Schlammablagerungen. Gespült werde der Leitungsabschnitt nun so lange, bis die Trübung des Wassers einen niedrigen Wert erreicht hat. So wird auch die Qualität des Trinkwassers gewährleistet, sagte Gläß. Begonnen wird mit der Spülung am Montag in Schkeuditz West. Betroffen sind die Gewerbegebiete Münchener Ring und Nord sowie die Gebiete nördlich der B 6, die Edison-, die Flughafen- und die Robert-Koch-Straße bis zur Turnerstraße. Im zweiten Spülgebiet geht es am 16. März los: In Altscherbitz, Papitz, Modelwitz und im Wohngebiet „Zur Schönen Aussicht“ wird voraussichtlich bis Ende März gespült. Das dritte Gebiet umfasst ab 31. März dann das Schkeuditzer Zentrum, die Elsterwiesen, den Stadtteil Wehlitz und Schkeuditz West südlich der Halleschen Straße. Während der Arbeiten, für die ein sogenanntes Spülmobil mit allerhand Technik an Bord in Schkeuditz unterwegs ist, kann es in den Spülzonen punktuell zu Sperrungen im Straßenbereich kommen, erklärte die LW-Sprecherin.

Auch wenn die Wasserwerke das systematische Spülen von Trinkwasserleitungen bereits in kleineren Straßenzügen in Leipzig getestet haben, ist Schkeuditz mit der Spülung des gesamten Netzes eine Pilotkommune. Zwar ist in Leipzig-Thekla 2016 auch schon gespült worden, in Taucha allerdings bisher noch nicht, sagte Gläß. Eine Gesamtspülung des Schkeuditzer Trinkwassernetzes wird künftig wohl nicht mehr erfolgen. Je nach Ergebnis des Vergleiches mit den Vorjahresdaten wird das Spülmobil an mancher Stelle in Schkeuditz öfter als an anderer Stelle zu sehen sein.

Von Roland Heinrich

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