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Glasfaserausbau oder nicht? Bis zum 31. März muss sich Brandis entscheiden
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Schnelle Internetverbindung Glasfaserausbau oder nicht? Bis zum 31. März muss sich Brandis entscheiden

Zwei Wochen haben die Brandiser noch Bedenkzeit. Dann müssen sie sich entschieden haben. Ja oder Nein zum Breitbandausbau in der Innovationskommune. Unterschreiben 60 Prozent aller Haushalte einen Vorvertrag, kann das Glasfasernetz gebaut werden, sonst nicht.

Ein Kabelbündel aus Glasfaserkabeln vor einer sogenannten Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk.

Quelle: dpa

Brandis. Drei, zwei, eins - vorbei. Der Stichtag, bis zu dem mindestens 60 Prozent aller Brandiser Haushalte einen Vorvertrag abgeben müssen, rückt unaufhaltsam näher. Wird die Beteiligungsquote erreicht, wird das Glasfasernetz gebaut, sonst nicht (die LVZ berichtete). Mit Stand 20. März wurden rund 750 Vorverträge abgegeben. Das entspricht 20 Prozent. Zwei Wochen haben die Brandiser Bürger noch Bedenkzeit. Der Geschäftsführer des Investors NGN Telecom Gregor Türpe ist zuversichtlich.

„Es ist noch nichts in Sack und Tüten“, sagt Türpe. Denn die Erfahrungen des Unternehmens an anderen Standorten zeigten, dass die zögernde Haltung der Brandiser nichts ungewöhnliches sei. „Wir sehen immer wieder, dass die Verträge erst kurz vor knapp abgegeben werden. Es kommt immer eine erste Welle, mit denen, die unbedingt dabei sein wollen.“ Der größere Teil lasse sich Zeit mit der Entscheidung, weiß der NGN-Geschäftsführer.

Türpe weiß auch um die Vorteile des Glasfaserausbaus in Brandis, für den sein Unternehmen fünf Millionen Euro investieren würde. „Es könnte erstmals zu einer Konkurrenzsituation mit dem Netz der Deutschen Telekom kommen. Die Brandiser haben das Glück, an einer unabhängig parallel existierenden Internet-Trasse zu liegen.“ Wird das Glasfasernetz gebaut, könnten die Haushalte dann zwischen dem Netz der NGN Telecom und dem bereits bestehenden wählen, was sie nicht mehr kosten würde, als der heute vorhandene langsamere Anschluss, erklärt Türpe. Dazu seien die Brandiser gefragt. „Wir werden nicht noch einmal in zwei Jahren vor der Tür stehen“, erklärt der Geschäftsführer weiter. „Es kommt darauf an, dass die Brandiser die gebotene Möglichkeit erkennen.“

Und dafür will das Unternehmen noch einmal vor Ort aktiv werden. Seit Ende Februar gibt es bereits einen Info-Stand bei Fernseh-Bauer in der Hauptstraße 30. „Wir haben den Stand jetzt etwa drei Wochen bei uns. Die Nachfrage hat sich seitdem stark erhöht. Vor allem in der letzten Woche“, berichtet Thomas Jäger, Mitarbeiter des Elektrogeschäfts.

In den verbleibenden knapp elf Tagen setzt die NGN Telecom auf Informationsvermittlung direkt vor Ort, will an Supermärkten dafür werben, Postwurfsendungen mit Antragsformular verschicken und Plakate aufhängen.

Würde dann tatsächlich gebaut werden, bekämen etwa 3900 Anschlüsse in Brandis und Beucha Glasfaserleitungen direkt ans Haus. Die übrigen 800 Haushalte, die noch nicht mit eingelassen sind, würden in einer durch Fördermittel finanzierten zweiten Ausbauphase angeschlossen werden. Doch dafür müssen erst einmal 60 Prozent aller Brandiser Haushalte einen Vorvertrag unterschreiben, das entspricht etwa 2300 abgegebenen Willensbekundungen.

„Wir werden auch bei 59,5 Prozent ausbauen. Dann sehen die Leute den Bagger auf der Straße und das etwas passiert und setzen sich doch noch einmal mit dem Thema auseinander. Für uns heißt es jetzt aber erst einmal zwei Wochen Endspurt“, so Gregor Türpe abschließend.

Von Mathias Schönknecht

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