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Studentenkneipen in Leipzig: Tradition, Engagement und Spiele
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Beyerhaus, Jet und StuK Studentenkneipen in Leipzig: Tradition, Engagement und Spiele

Studenten haben viel Zeit, wenig Geld, aber so gut wie immer Lust auf eins: einen geselligen Abend in der Kneipe. So lautet zumindest das gängige Klischee. Was das studentische Kneipenleben ausmacht und welchen Ruf die Leipziger Studenten wirklich tragen – darüber haben die Kneipiers vom Beyerhaus, Jet und StuK im Video mit LVZ Campus gesprochen

Der Tresen im Beyerhaus mit Lavalampen

Quelle: Friederike Rohmann

Leipzig. „Der Leipziger Student ist anspruchsvoll“, erzählt Ray Lange. Er ist seit rund 15 Jahren Betriebsleiter im Beyerhaus – eine der Leipziger Kneipen, an denen wohl keine Erstsemester-Einführungswoche vorbeiführt. Studenten hätten zwar tendenziell eher wenig Geld, doch eins müsse bei ihnen stimmen, damit sie wiederkommen: die Qualität.

Abgesehen von studentenfreundlichen Preisen und geselliger Atmosphäre hat das Beyerhaus vor allem für geschichtsinteressierte Studenten etwas zu bieten: Eine mehr als 120 Jahre alte Tradition. Das Haus, das seinen Namen dem Lehrer und Schulrat Ernst Beyer zu verdanken hat, gibt es schon seit 1885. Acht Jahre später gründete sich hier der sozialdemokratische Lehrerverband. Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Hauptcampus am Augustusplatz in Schutt und Asche lag, beherbergte das Beyerhaus die Mensa. Zu DDR-Zeiten wurde hier Theater gespielt.

Engagement für die Studentenkneipe

Eine richtige Institution unter Studenten ist der Leipziger Studentenkeller e.V., kurz StuK. Seit 20 Jahren sind es fast ausschließlich Studenten, die rein ehrenamtlich alle Aufgaben übernehmen, die in einer Kneipe so anfallen – darunter Thekendienst, die Organisation der berühmten Dienstagspartys oder auch Öffentlichkeitsarbeit. „Ohne die ehrenamtliche Arbeit würde der StuK nicht funktionieren“, erklärt Stefan Köhler. Er arbeitet bereits seit mehreren Jahren im Studentenkeller, meistens zwischen sechs und zehn Stunden pro Woche – kostenlos. Sein Antrieb? Das familiäre-freundschaftliche Umfeld: „Es ist wie ein kleiner Mikrokosmos hier“.

Bier bei Tischkicker und Retrospielen

Vor fünf Jahren erfüllte sich Micha Danielzik seinen Traum und eröffnete auf der Arthur-Hoffmann-Straße das Jet. Dafür ließ er die Aussicht auf eine akademische Karriere mit einem abgeschlossenen Philosophie-Studium in der Tasche hinter sich – und freut sich heute noch immer über diese Entscheidung. Zwar bietet seine Kneipe auch Platz für stundenlange Gespräche über Voltaire oder Kant, doch punktet sie vor allem bei spielbegeisterten Studenten. „Und wer liebt schließlich keine Spiele?“ fragt Danielzik und lacht. Wer sich nach einem langen Unitag bei Airhockey, Tischkicker oder Mario-Kart auf der Nintendo 64 noch einmal so richtig verausgaben will, ist hier genau richtig.

Friederike Rohmann

Video: Friederike Rohmann, David Holland

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