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Stadtrat bringt Rettung für den HC Leipzig auf den Weg
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300.000 Euro Zuschuss Stadtrat bringt Rettung für den HC Leipzig auf den Weg

Der erste Schritt ist getan: Der Stadtrat will prüfen, ob der finanziell stark angeschlagene HC Leipzig mit 300.000 Euro aus der Kommune unterstützt werden kann. Am Mittwoch wurde der Antrag in die Fachgremien verwiesen.

Shenia Minevskaja wird den HC Leipzig im Sommer in Richtung Metzingen verlassen.

Quelle: Modla

Leipzig. Frauenhandball soll weiter eine Größe in Leipzig bleiben: Der Stadtrat hat am Mittwoch die Weichen für die Rettung des HC Leipzig gestellt. Mit einem kommunalen Zuschuss von 300.000 Euro soll der Grundstock für den Konsolidierungsplan für den Verein gestellt werden, der mit 1,3 Millionen Euro in Schieflage geraten ist. Die Ratsversammlung hat den Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, der Linksfraktion und den Sozialdemokraten ohne Federlesens in die Fachgremien Finanzen und Sport verwiesen. Dort wird er geprüft, geht danach zur Entscheidung in den Stadtrat zurück.
 
Die Antragsteller waren zunächst mit einem Zuschuss von 200.000 Euro ins Rennen gegangen. Die Summe entspreche den Verbindlichkeiten, die der HC Leipzig durch die Ausgründung aus dem VfB Leipzig übernommen habe. Die Stadträte Margitta Hollick (Linke), Jens Lehmann (CDU), Michael Schmidt (Grüne) und Sebastian Walther (SPD) forderten trotzdem in einem Änderungsantrag die Aufstockung auf 300.000 Euro. Das Sanierungs – und Konsolidierungskonzept für den HCL gehe von dieser Summe als kommunalem Beitrag aus. Ohne die Summe sie die Rettung in Gefahr.
 
Strenge Auflagen
 
Die Gewährung des städtischen Zuschusses ist an strenge Auflagen gebunden. So wird ein von der Sparkasse Leipzig bewertetes Konsolidierungskonzept mit positiver Prognose erwartet. Alle Stadträte sollen Einsicht bekommen. Gläubiger- und Dahrlehnsgeberverzichte müssen genauso dokumentiert werden wie Investorenbeiträge. Damit sich das Finanzdebakel nicht wiederholt, müssten nachhaltige Kontrollmechanismen installiert werden.
 
Der Stadtrat versteht die Finanzspritze als Bekenntnis für den Frauenhandball in der Messestadt. „Der Fachausschuss Sport hofft, dass der der HC Leipzig auch im Herbst 2017 weiter in der 1. Bundesliga Handball spielt“, heißt es in dem Antrag der Fraktionen.
 
Managementfehler und Konkurrenz
 
Rund 20 Jahre lang sei Frauenhandball ein sportliches Aushängeschild der Stadt gewesen, die Nachwuchsarbeit habe Talenten der Region eine Chance gegeben. Gleichzeitig ist von Managementfehlern die Rede, die gemeinsam mit der „Konkurrenz zu anderen Ballsportarten in Leipzig“ zu sinkenden Zuschauerzahlen und Sponsoring-Einnahmen geführt hätten. Der Zuschuss soll auch ein Zeichen im Jahr der Handball-WM setzten: Leipzig ist Austragungsort von Spielen – und da soll nicht gleichzeitig eine jahrzehntelange Tradition beerdigt werden.
 
Jetzt prüfen die die Fachausschüsse Finanzen und Sport den Antrag, bevor der Stadtrat voraussichtlich im Mai wieder am Zug ist.

Evelyn ter Vehn

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