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Dramatik pur beim SC DHfK Leipzig - die "homogene Maschine" siegt knapp
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Marvin Sommer in Höchstform Dramatik pur beim SC DHfK Leipzig - die "homogene Maschine" siegt knapp

Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben sich den sechsten Platz in der Bundesliga zurückerobert. Die Mannschaft von Trainer Christian Prokop besiegte am Ostermontag in der heimischen Arena den VfL Gummersbach mit 27:25 (17:12).

Marvin Sommer war auf Seiten des DHfK einer der prägenden Akteure gegen Gummersbach.

Quelle: Rainer Justen

Leipzig. Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben sich den sechsten Platz in der Bundesliga zurückerobert. Die Mannschaft von Trainer Christian Prokop besiegte am Ostermontag in der heimischen Arena den VfL Gummersbach mit 27:25 (17:12). Die Schlussphase war an Dramatik nicht zu überbieten. Überragender Spieler auf Seiten der Gastgeber war Marvin Sommer mit neun Treffern. "Es war für uns mental sehr wichtig, nach der Niederlage gegen Kiel in der Endphase dieses Mal zu gewinnen", erklärte Prokop.

Diese Partie war nichts für schwache Nerven in der mit 4327 Zuschauern ausverkauften Arena. Bis zur 40. Minute schien alles klar. Der SC DHfK zog Tor für Tor seine Kreise auf dem Parket und lag deutlich mit 22:15 in Front. Dann kippte die Partie. "Wir werfen da in Überzahl die Bälle weg und machen einfach zu viele technische Fehler", sagt Prokop. Der VfL stemmte sich gegen die Pleite im Abstiegskampf. In der 53. Minute trauten die Fans kaum ihren Augen: Die Gäste führten plötzlich mit 24:23.

In einer hektischen Schlussphase, in der die beiden Magdeburger Schiedsrichter Robert Schulz und Tobias Tönnies nicht immer glücklich agierten, behielten die Grün-Weißen die Nerven. Lucas Krzikalla mit einem Konter in der Schlussminute und Max Janke zehn Sekunden vor dem Ende trafen schließlich zum umjubelten Sieg. Gummersbachs Trainer Sead Hasanefendic gratulierte höflich und wusste genau, weshalb das Spiel so ausging. "Der SC DHfK ist wie eine homogene Maschine", hob er die Mannschaftsleistung hervor.

Kapitän Lukas Binder hatte es vor dem Spiel versprochen: Das Team werde nach dem Saisonhöhepunkt am vergangenen Wochenende beim Final Four sich keineswegs gehen lassen. Eine Szene stand symbolisch für die Kampfbereitschaft des SC DHfK. Nach einer Viertelstunde nahm Sommer Nationalspieler Julius Kühn in Manndeckung. Von den körperlichen Voraussetzungen war das ein ungleiches Duell. Sommer ist 1,79 Meter groß, Kühn misst 1,98 Meter. Der gebürtige Belziger, der die Leipziger zum Saisonende verlassen wird, ließ sich von diesem Unterschied nicht beeindrucken. Er schob, zog und klammerte - Kühn kam nicht mehr zum Zuge. Bitter für Kühn: Er stellte sich kurz danach Niklas Pieczkowski bei einem Konter in den Weg, verletzte sich am Knie und fiel für den Rest der Partie aus.

Marvin Sommer überragend

Die erste Halbzeit wurde zur One-Man-Show von Sommer. Er brillierte vor allem im Angriff, lief Konter um Konter und erzielte schließlich mit zehn Versuchen insgesamt neun Treffer, davon drei Siebenmeter. "Im Moment läuft es richtig rund für mich. Ich genieße die letzten Spiele in der 1. Bundesliga", so Sommer, der in der kommenden Saison voraussichtlich wieder in der 2. Bundesliga auflaufen wird.

Prokop konnte sich sogar kurz vor der Pause den Luxus erlauben und bei den Siebenmeterschützen vom bis dahin makellosen Sommer auf Andreas Rojewski wechseln. "Das habe ich bewusst gemacht, die Torhüter brauchen immer neue Aufgaben", so der Coach.

Pieczkowski und Milosevic bleiben in Leipzig

Nach Spielende präsentierte der SC DHfK gleich zwei Osterüberraschungen. Niklas Pieczkowski und Alen Milosevic haben ihre Verträge vorzeitig bis 2020 verlängert. "Ich fühle mich hier wohl und möchte gern länger bleiben, wir sind uns schnell einig geworden", sagte Pieczkowski. Und auch Milosevic musste nicht ewig nachdenken. "Das Gesamtpaket stimmt einfach", so der gebürtige Schweizer. Nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft der Eidgenossen, denkt er über ein Comeback in einem Auswahlteam nach. "Vielleicht laufe ich für Serbien auf, dort liegen meine Wurzeln", so der 27-Jährige.

SC DHfK: Vortmann, Putera - Semper 2, Rojewski 2/2, Jurdzs 4, Krzikalla 2, Binder, Janke 4, Pieczkowski, Sommer 9/3, Roscheck, Meschke, Milosevic 2, Steinert 2/1

VfL Gummersbach: Lichtlein, Puhle - Schroeter 4, Ernst 5, Kühn 2, Jaeger, Baumgärtner, Nyokas 5, Bärten, Pevnov 4, Schmidt, von Gruchalla 4/3, Becker, Schröder 1

Siebenmeter: SC DHfK 7/6, Gummersbach 3/3

Zeitstrafen: SC DHfK 6 Minuten, Gummersbach 8 Minuten

Zuschauer: 4327 (ausverkauft)

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