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Mit alter Stärke: SC DHfK Leipzig fegt Göppingen aus der Halle
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Handball-Bundesliga Mit alter Stärke: SC DHfK Leipzig fegt Göppingen aus der Halle

Ergebniskrise überwunden: Nach vier Spielen ohne Sieg konnten die Handballer des SC DHfK vor heimischem Publikum Frisch Auf Göppingen bezwingen. Damit endet eine mehr als zehn Wochen dauernde Durststrecke.

Niclas Pieczkowski vom SC DHfK. Gegen Göppingen konnten die Leipziger den ersten Sieg seit fünf Spielen feiern. (Archivbild)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Der SC DHfK Leipzig hat seine Ergebniskrise überwunden. Die Mannschaft von Trainer Christian Prokop fegte am Mittwoch Frisch Auf Göppingen mit 29:23 (15:8) aus der Arena. Damit endet eine Durststrecke von mehr als zehn Wochen in der Bundesliga ohne Sieg und drei Auswärtspleiten und einem Unentschieden in Serie. Die Grün-Weißen rücken mit dem Erfolg vor 3298 Zuschauern auf den siebten Tabellenplatz vor und rangieren nur wegen des schlechteren Torverhältnisses hinter dem TSV Hannover-Burgdorf. Bester Werfer war Niklas Pieczkowski mit sechs Treffern. "Wir haben heute ein Feuerwerk abgebrannt", freute sich DHfK-Kapitän Lukas Binder.

Göppingen, das war bisher der Angstgegner des SC DHfK. In drei Bundesligavergleichen gingen stets die Schwaben als Sieger vom Parkett. Und auch vor dem vierten Kräftemesse gab sich Frisch Auf schon vor Anpfiff siegessicher. "Leipzig liegt uns irgendwie", erklärte Trainer Magnus Andersson Anfang der Woche. In Leipzig musste er kurzfristig auf Daniel Fontaine (Muskelfaserriss) verzichten. Auch der ehemalige Delitzscher Lars Kaufmann stand mit einer Knieverletzung nur für den Notfall bereit.

Respekt vorm Gegner

Prokop hatte seinen Männern gehörigen Respekt vor dem EHF-Cup-Sieger eingeimpft. "Göppingen hat im Angriff einige Spieler mit Shooterqualitäten, die eine Herausforderung für unsere Deckungsarbeit sind", warnte der Coach und seine Abwehr muss gut zugehört haben. Bis zur Pause gestattete sie Topspielern wie Tim Kneule, Zarko Sesum und Adrian Pfahl gerade acht Treffer. Angetrieben von Chefverteidiger Bastian Roscheck waren die Leipziger immer einen Schritt schneller. Kam doch ein Ball aufs Tor, dann war zumeist Keeper Jens Vortmann zur Stelle. Der Torhüter verbuchte schon zur Pause eine Quote von knapp 47 Prozent gehaltener Bälle. Am Ende lag der Wert mit 15 Paraden bei gut 45 Prozent. "Ich habe selten eine so effektive Abwehr bei uns gesehen", freute sich Prokop.

Prokop hatte zuletzt die Wurfqualität seiner Rückraumspieler bemängelt und im Training Abschlüsse üben lassen. Mit Erfolg: Pieczkowski und Kollegen zeigten sich sicher vorm Tor. "Es heute wieder gut geklappt, wir müssten bei den Würfen konzentriert bleiben und auf die Ecken gehen", so der Nationalspieler. Auch Prokop lobte seinen besten Schützen. "Er hat eine unheimliche Kelle im Arm."

Vor allem die Rückkehr des wieder fitten Franz Semper belebte das Angriffsspiel der Leipziger. Semper musste zwar jede Menge Schläge der wuchtigen Göppinger Deckung einstecken, revanchierte sich aber mit wie an der Schnur gezogenen Bällen in den Winkel des Kastens von Frisch Auf. "Man hat ihm die Gier nach Toren angesehen", so der DHfK-Coach.

Krzikalla nach Verletzung fit

Die Gäste hielten in den ersten zehn Minuten bis zum 5:5 mit. Danach geriet das Team von Andersson völlig von der Rolle. Zwischen der elften und 23. Minute gelang ihm kein Tor mehr und die Gastgeber zogen Treffer um Treffer auf 12:5 davon. "Ich bin von unserer Leistung heute unheimlich enttäuscht", meinte Andersson. Beim Stand von 15:8 gingen die Mannschaften in die Halbzeitkabine.

Besonders genießen durfte die Partie Lucas Krzikalla. Der Rechtsaußen gab nach 14 Monaten Verletzungspause sein Comeback vor heimischen Publikum und steuerte drei Tore bei. Die lange Durststrecke war dem 23-Jährigen bei seinen Konterläufen nicht anzumerken. Spätestens beim 26:16 in der 50. Minute war die Partie für den SC DHfK entschieden. Nicht so für Prokop. Als Göppingen danach zwei Tore in Folge erzielte, zog der künftige Bundestrainer sofort eine Auszeit.

Wie viel der Erfolg wert ist, zeigen die internationalen Leistungen der Göppinger in dieser Saison. In der Gruppenphase des EHF-Cup führen die Schwaben die Tabelle ohne Niederlage an. Das Ziel von Frisch Auf ist das Final Four im Mai vor heimischen Publikum.

Leipzig empfängt am kommenden Mittwoch den Tabellenletzten aus Coburg. Mit einem weiteren Sieg würde dann nur noch ein Punkt zum Saisonziel 25 Zähler fehlen.

Schöne Geste des SC DHfK: Aus dem Kartenverkauf (2,50 Euro pro Ticket) und der Versteigerung des Spielballs (1100 Euro) gehen insgesamt 9345 Euro an den Nachwuchs des von der Insolvenz bedrohten HC Leipzig.

SC DHfK : Vortmann, Putera - Semper 5, Steinert 5/4, Rojewski 1, Jurdzs 2, Krzikalla 3, Binder 2, Janke 1, Pieczkowski 6, Sommer, Roscheck, Meschke 4, Becvar

Frisch Auf Göppingen : Prost, Rutschmann - Kneule 3, Späth 2, Heymann 2, Barud, Sesum 4, Kaufmann, Berg 4, Schiller 3/2, Pfahl 3, Rentschler 2/1, Halén

Siebenmeter : SC DHfK 4/4 , Frisch Auf 4/3

Zeitstrafen : SC DHfK 10 Minuten , Frisch Auf 6 Minuten

Zuschauer : 3298

Matthias Roth

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